Freerider in oranger Jacke fährt durch Pulverschnee unter einem felsigen Gipfel

Foto: Cyprien Delaporte / Unsplash

Wintersport · Freeride

Freeride lernen. Du suchst Deine Linie im Tiefschnee.

Freeride ist Skifahren oder Snowboarden im unpräparierten Gelände, meist im Tiefschnee neben oder abseits der markierten Pisten. Die Technik unterscheidet sich von der Piste: zentral stehen, beide Ski gleich belasten, in einem ruhigen Rhythmus fahren. Ausserhalb gesicherter Pisten gehört Lawinenausrüstung immer dazu.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, Stand 5. Oktober 2026. Längen kartiert, keine offiziellen Angaben.

Zwei Freerider ziehen Spuren in einen unberührten Pulverschneehang unter blauem Himmel
Foto: Shutter Speed / Unsplash

Wie fühlt sich Dein erster Tag im Tiefschnee an?

Ein erster Tag beginnt meist am Pistenrand, wo ein paar Meter neben der präparierten Spur weicher Schnee liegt. Dort spürst Du, wie der Ski aufschwimmt, wenn Du Tempo hast, und wie er einsinkt, wenn Du bremst. Am Anfang fühlt sich das wackelig an, nach ein paar Schwüngen ruhiger.

Ein Profi zeigt Dir die Haltung: Hüfte über den Füssen, Hände vorne, Kurven aus den Beinen. Die Stöcke setzt Du dabei kurz und im Takt der Kurven ein, das gibt Dir Rhythmus. Danach geht Ihr zusammen an einen flachen Hang mit unverspurtem Schnee, wenn die Lawinenlage es nach Einschätzung des Profis zulässt.

Wer so einen Tag hinter sich hat, weiss, wie viel Kraft Tiefschnee kostet. Die meisten unterschätzen das am Anfang und fahren nach der dritten Abfahrt mit müden Oberschenkeln. Darum sind die Abfahrten am ersten Tag kurz, mit Pausen dazwischen.

Luftaufnahme verschneiter Grate und Steilhänge unter bewölktem Himmel
Foto: Lucian / Unsplash

Bist Du bereit für Freeride?

Wenn Du mittelschwere und schwere Pisten kontrolliert fährst, auch bei schlechter Sicht und auf hartem Schnee, bringst Du genug Technik für den Einstieg mit. Wer auf der Piste noch kämpft, kämpft im Gelände doppelt. Ein Tag auf der Piste mit einem Profi kann zeigen, wo Du stehst.

Zum Freeride kommen viele, die auf präparierten Pisten nichts Neues mehr finden. Wer ein paar Tage mit einem Profi im Gelände war, schaut Hänge anders an: wo der Wind den Schnee zusammengepresst hat, wo es steiler wird, wo man anhält und wartet. Dieser Blick wächst über mehrere Winter, mit jedem Tag im Gelände.

Mit guter Kondition fährst Du länger sauber. Ein Tiefschneehang ist anstrengender als dieselbe Strecke auf der Piste, und mit müden Beinen fährst Du unsauberer und stürzt eher. Kurze Abfahrten mit Pausen sind darum am Anfang die bessere Wahl.

Freerider springt mit Pulverschnee durch einen verschneiten Lärchenwald
Foto: Thijs Kennis / Unsplash

Was brauchst Du abseits der Piste?

Breitere Ski oder ein Freeride-Board schwimmen im Tiefschnee besser auf. Für den Anfang reichen Allmountain-Ski, die Du in vielen Sportgeschäften mieten kannst.

Sobald Du die gesicherten Pisten verlässt: Lawinenverschütteten-Suchgerät, Schaufel und Sonde, dazu ein Helm. Viele tragen zusätzlich einen Rucksack mit Lawinenairbag.

Das alles hilft nur, wenn Du und Deine Begleitung damit geübt habt. Eine kurze Suchübung gehört deshalb an den Anfang jedes Freeride-Tags, auch wenn es eilt. Dazu kommen Brille statt Sonnenbrille, warme Handschuhe und eine Jacke, die Schnee abhält.

Wer darf Dich abseits der Piste führen?

Dazu gehört eine Berufshaftpflicht von 5 Millionen Franken pro Jahr.

Ein Profi wählt die Hänge nach Lawinenbulletin, Wetter und Deinem Können und korrigiert Deine Haltung nach jeder Abfahrt.

Das aktuelle Lawinenbulletin steht auf slf.ch und wird während der Saison täglich aktualisiert.

Ein Freeride-Tag mit Profi beginnt meist mit einer Suchübung und einem Blick auf die Hänge des Tages. Danach fahrt Ihr Hänge, die zu Deinem Können und zur Lawinenlage passen, und besprecht nach jeder Abfahrt, was gut lief.

Was sind markierte Freeride-Abfahrten?

In manchen Gebieten sind Freeride-Abfahrten als eigene Routen markiert, oft mit Tafeln am Einstieg und Stangen entlang der Linie. Präpariert wird dort nicht. Ob und wie ein solcher Hang gegen Lawinen gesichert ist, legt der Bergbahnbetreiber fest, und das kann sich von Tag zu Tag ändern.

Für den Einstieg sind diese Abfahrten ein Zwischenschritt zwischen Piste und freiem Gelände, mit dem Lift in der Nähe und anderen Fahrer:innen in Sichtweite. Auf den Gebietsseiten siehst Du, wo solche Abfahrten liegen, zum Beispiel in Laax, Andermatt oder Verbier. Wer dort sicher fährt, ist bereit für den nächsten Schritt mit einem Profi.

Lies vor der ersten Fahrt die Hinweistafeln am Einstieg und das Lawinenbulletin. Ist eine Abfahrt gesperrt, bleibt sie zu, für alle. Auch auf markierten Freeride-Abfahrten gehören Suchgerät, Schaufel und Sonde in den Rucksack, und jemand in der Gruppe muss damit umgehen können.

Freeride mit dem Splitboard: wie kommst Du hinauf?

Snowboarder:innen, die über die Lifte hinaus wollen, steigen oft mit dem Splitboard auf. Geteilt wird das Board zu zwei schmalen Ski mit Fellen, zusammengesetzt fährst Du es wie gewohnt. Die Bindung sitzt dafür auf einer Schiene, die sich in beide Richtungen montieren lässt.

So verbindest Du Freeride und Skitour: ein Aufstieg von einer halben bis zwei Stunden, danach eine Abfahrt, die kein Lift erschliesst. Für den Aufstieg brauchst Du Kondition und etwas Übung im Spurgehen. Ein Profi zeigt Dir, wie Du die Hälften in der Kälte rasch umbaust.

Auf der Abfahrt fährst Du dann wie mit jedem anderen Freeride-Board. Mehr dazu steht auf der Seite zu Skitouren, mit einem eigenen Abschnitt zum Splitboard.

Wo gibt es Freeride-Abfahrten in der Schweiz?

Markierte Freeride-Abfahrten liegen von der Ostschweiz bis ins Unterwallis, in Gebieten wie Flumserberg, Davos, Laax, Zermatt und Verbier.

Auf jeder Gebietsseite siehst Du die Pisten nach Schwierigkeit und die Freeride-Abfahrten. Wer gewerbsmässig unterrichtet oder führt, braucht je nach Kanton zusätzlich eine kantonale Bewilligung, im Wallis für jede Lektion.

Ab Saison 2026/27 prüft SnowRabbit Ausbildung und Bewilligungen der Profis. Den Preis bestimmt der Profi, dazu kommen 5 % Servicegebühr, die Du vor dem Bezahlen als eigene Zeile siehst. Abseits der Piste bist Du auf eigene Verantwortung unterwegs. Wer Dich dort gegen Bezahlung führt, braucht eine Bewilligung nach Risikoaktivitätengesetz. Alle Profis auf SnowRabbit haben diese Bewilligung, auch für Touren abseits der Piste.

Tiefschnee mit einem Profi?

Trag Dich für Dein Gebiet ein. Wir melden uns, sobald Freeride-Profis dort buchbar sind.

Worüber sollen wir Dir schreiben?

Häufige Fragen

Fragen zu Freeride

  • Brauchst Du zum Freeriden einen Bergführer?

    Nein, Pflicht ist das nicht. Abseits der Piste bist Du auf eigene Verantwortung unterwegs. Wer Dich dort gegen Bezahlung führt, braucht eine Bewilligung nach Risikoaktivitätengesetz.

  • Wo findest Du die aktuelle Lawinengefahr?

    Auf slf.ch. Dort steht das aktuelle Lawinenbulletin für die ganze Schweiz. Lies es am Vorabend und am Morgen vor der ersten Abfahrt.

  • Wie gut musst Du für Freeride Ski fahren?

    Sicher auf schweren Pisten. Wer dort jede Kurve kontrolliert, kommt im Tiefschnee schneller zurecht.

  • Kannst Du mit dem Snowboard freeriden?

    Ja. Im Tiefschnee schwimmt ein Board gut auf, flache Passagen und lange Traversen sind dafür mühsamer. Für den Aufstieg gibt es das Splitboard.